Entwicklungspsychologie

Lange bevor Säuglinge oder Kleinkinder sprechen können, kann Eye Tracking bereits detaillierte Informationen darüber geben wie sie die Welt wahrnehmen und was sie interessant finden.

Eye Tracking wird in vielen Bereichen in der Entwicklungspsychologie angewandt

Die Anwendungen von Eye Tracking in der Entwicklungspsychologie sind sehr vielfältig, dazu gehören unter anderem:

  • Entwicklungsfortschritte von Kleinkindern in der Verteilung von Aufmerksamkeit und Interesse
  • Visuelle Wahrnehmung in Relation zu Verständnis und Erinnerungsvermögen
  • Fähigkeit Bewegungen zu erkennen
  • Entwicklung von kontrollierten Aktivitäten
  • Charakteristiken von sozialen Interaktionen
  • Okulomotorische Funktionen
  • Spracherwerb

Entwicklung der sozialen Kognition

In der Erforschung von sozialer Kognition und Interaktion wird Eye Tracking genutzt, um den Verhalten der Kleinkinder und Kinder zu studieren, wenn andere Menschen sozial interagieren und zielorientierte Handlungen durchführen. Beim Analysieren des Blickverhaltens von Kleinkinder können Forscher folgende Fragen beantworten: 

  • Wie verstehen Kinder was andere Menschen tun, denken oder fühlen?
  • Wie entschlüsseln wir Handlungen und Intentionen anderer Menschen?
  • Wie entwickelt sich die Fähigkeit in Kleinkindern anderen Menschen um uns herum zu folgen und unsere Handlungen zu entwickeln?

Entwicklung des okulomotorischen Systems

Eye Tracking ist eine unschätzbare Forschungsmethode, um zu verstehen wie Kleinkinder die Kontrolle über ihr okulomotorisches System entwickeln und wie unterschiedliche Augenbewegungen (Smooth Pursuit, Sakkaden, VOR) darin integriert sind. In solchen Studien werden typischerweise Kleinkinder Bilder gezeigt, die sich in unterschiedliche Richtungen bewegen. Mithilfe von Eye Tracking werden dabei die Augenbewegungen und Kopfbewegungen erfasst wenn sie diese Objekte verfolgen.

Detaillierte räumliche und zeitliche Eyetrackingdaten

Scanmuster liefern wertvolle Informationen über die Aufmerksamkeit und Interesse der Kleinkinder und wie sie diese verteilen, während sie verschiedene Bilder oder dynamische Szene scannen. Die Latenzen von Sakkaden zeigen, wenn Kleinkinder ihren Blick zwischen zwei Bereichen bewegen und damit dem Forscher vorausschauende und reaktive Blickbewegungen zu studieren. Die Möglichkeit, Augenbewegungen über einen längeren Zeitraum zu messen erlaubt Forscher zu studieren, wie das Lernen und die Aufmerksamkeit von Kleinkindern sich über die mehrfache Präsentation eines Stimulusset ändert.

Eye Tracking zur Erforschung von Objektrepräsentanz

Viele Forschungen wurden durchgeführt, um zu verstehen, wie Kleinkinder sich an kurzzeitig verborgene oder verdeckte Objekte erinnern (repräsentieren). Eye Tracking kann dabei eine detaillierte Beschreibung davon geben wie das Kleinkind seine Aktionen auf eine anhaltende Verdeckung richtet. Indem gemessen wird wann und wo der Blick sich von einem Bereich zum nächsten bewegt (Sakkaden können vorausschauend für zukünftige Zielbereiche sein, während die Latenz anzeigt wie weit im Voraus diese Voraussage gemacht wird) und dabei die Entwicklung von Objektpermanenz aufzeigt. 

Produkte und Leistungen

Die Tobii Pro Eye Tracker sind bekannt für ihre außergewöhnlich hohe Toleranz beträchtlicher, dynamischer Kopfbewegungen, wodurch sich für die natürlichen Handlungen der Probanden nur minimale Einschränkungen ergeben. Damit sind die Eye Tracker ideal für Studien mit Kleinkindern und Kindern sowie atypischen Untersuchungsgruppen geeignet. Mehr lesen

Fallstudie

Universität Osaka

Forscher der Universität Ōsaka haben eine quantitative Methode für die Identifizierung von Personen mit Autismus entwickelt, bei der sie zeitlich-räumliche Blickmuster analysieren. Die Methode kann Experten helfen, die Störung früher zu diagnostizieren.  Mehr lesen

Veröffentlichungen

  • Paukner, A., Slonecker, E. M., Murphy, A. M., Wooddell, L. J., & Dettmer, A. M. (2017). Sex and rank affect how infant rhesus macaques look at faces. Developmental Psychobiology. https://doi.org/10.1002/dev.21579
  • Kis, A., Hernádi, A., Miklósi, B., Kanizsár, O., & Topál, J. (2017). The Way Dogs (Canis familiaris) Look at Human Emotional Faces Is Modulated by Oxytocin. An Eye-Tracking Study. Frontiers in Behavioral Neuroscience, 11. https://doi.org/10.3389/fnbeh.2017.00210
  • Kulke, L., Reiß, M., Krist, H., & Rakoczy, H. (2017). Implicit Theory of Mind across the life span – Anticipatory looking data. Data in Brief, 15, 712–719. https://doi.org/10.1016/j.dib.2017.10.021

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